Was bleibt von einem temporären Event wie SchachtZeichen?
Vorrangig bleiben
- die Erinnerungen vieler Menschen, die die Aktion möglich gemacht haben, die sich unter den Ballonen zusammengefunden, gefeiert, erzählt, zugehört haben und die die Geschichte "ihrer Zeche" und ihres Stadtteils noch einmal haben aufleben lassen.
- die Bilder mit den vielen Ballonen, die aufgenommen werden von Halden und Bergen, aus Hochhäusern und Türmen. Die Bilder des Ruhrgebiets, die um die Welt gehen und den Strukturwandel im heutigen Ruhrgebiet verdeutlichen.
- die Bilder im Kopf all jener, die auf den Hochpunkten übers Land geschaut haben.
Gleichzeitig soll SchachtZeichen Anlass sein, entscheidende Fragen zur ökonomischen und ökologischen Entwicklung der Region zu stellen.
- zum Flächenverbrauch großindustrieller Prozesse im Wandel der Zeit. Ganz im Sinne des Leitgedankens der 'Internationalen Bauausstellung Emschertal 1989-1999' wird so thematisiert, wie unterschiedlich die großen, oft innerstädtischen Flächen der Kohleproduktion und -verwertung nach der Schließung der Zechen in den letzten Jahrzehnten revitalisiert wurden ? geplant oder ungeplant, mit ökonomischem Kalkül und/oder in sozialer, gesellschaftlicher Verantwortung.
- zur Veränderung des Umweltbewusstseins. Wurden nach den ersten Schließungen im Süden die immer auch ökologisch belasteten Flächen noch unhinterfragt neu überbaut, so griff in den 80er und 90er Jahren eine immer restriktivere Gesetzgebung zum Schutze der Umwelt. Vor der 'Entlassung aus der Bergaufsicht' wurden hohe Hürden gestellt, die in komplizierten 'Stilllegungs-Plänen' abgearbeitet wurden ? bis zum kompletten Bodenaustausch und dem Einkapseln verseuchter Böden in Spezialfolien.
Diese Herausforderungen haben allerdings auch die neuen Umwelttechnologien aus dem Ruhrgebiet auf dem Weltmarkt führend gemacht. - zur Geschwindigkeit des ökonomischen Wandels. "Auf der grünen Wiese" entstanden imposante, stadtbild-prägende Industriearchitektur und komplizierte Großaggregate der Montanindustrie, die teilweise schon nach zwei Generationen wieder spurlos verschwunden sind.
Und schließlich begründet SchachtZeichen ein Netzwerk von Menschen unterschiedlichster Herkunft, die das gemeinsame Ziel eint, nicht nur 350 ehemalige Bergwerke auf 4.000 km2 mit Ballonen zu markieren, sondern an diese Orten auch noch mit eigenen kreativen Mitteln und Konzepten die Gegenwart und Zukunft "ihrer Zeche" und ihres Stadtteils in Ausstellungen und Veranstaltungen zu präsentieren.

